Diese Broschüre ist eine Fundgrube für alle, die „anders wohnen“ wollen: Wie das gehen soll und kann, erzählen zehn junge Genossenschaften, die sich in einer  Arbeitsgemeinschaft  im wohnbund e.V.  zusammengeschlossen haben. “ Wir wohnen anders!“ heißt die Publikation über Erfahrungen in der Projektentwicklung und dem Wohnalltag. Einblicke geben Amaryllis (Bonn), FrauenWohnen eG (München), genowo eG (Berlin), Ölberg eG (Wuppertal), Riwetho eG (Oberhausen), Schanze eG (Hamburg), Villa Emma eG (Bonn), wagnis G (München), Wogeno eG (München), Wohn-Raum eG (Bochum).

Zwei Fundstücke aus der umfangreichen Broschüre:

Unter „solidarische Ökonomie“ berichtet die Wogeno eG München:

Mieterhöhungen diskutieren wir in den Hausgemeinschaften frühzeitig. Der Wirtschaftsplan des Hauses wird in Hausversammlungen präsentiert; wichtig sind dabei der Stand der Rücklagenbildung, die Ausgaben für Instandhaltung sowie Darlehen bzw. Tilgung. (…) einige Hausgemeinschaften haben frühzeitig eine Finanz-Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Die darin Engagierten können eine Hausbilanz lesen (…) Die Finanz-AG  klärt offene Fragen mit dem Vorstand der Genossenschaft. (…)

Unter „Mobilität“ berichtet Amaryllis aus Bonn (33 Wohnungen, 66 Bewohner/innen):

„Das Fahrrad wird von Anfang an als ein zentrales Fortbewegungsmittel gesehen. Ebenerdige, überdachte und gesicherte Stellplätze für mehr als 60 Erwachsenen-Fahrräder in der Nähe der Wohnungen und weitere 20 Stellplätze in der Tiefgarage mit Raum für Kinderanhänger (…) erleichtern die Nutzung.  Auch Gästefahrräder gibt es. Und neben den Bobby-Cars (…)  planen die Erwachsenen demnächst Lastenfahrrad und E-Bike zu teilen.“

Autorin Kathleen Battke:

„Unsere Genossenschaften sind Experimentierräume für zivilgesellschaftliche Selbstorganisation. (…) Fast  jede kleine Entscheidung bahnt einen noch nie gegangenen Weg. So entstehen im täglichen Tun kleine Mosaiksteine des Neuen, die wir gerne in das entstehende Bild von menschenwürdigem, solidarischem Zusammenleben auch unter angespannteren gesellschaftlichen Bedingungen einfügen.“

Wir wohnen anders: Konzept und Redaktion Kathleen Battke mit Brigitte Karhoff, Rosemarie Oltmann und Heike Skok. 90 Seiten, 24,50 €. Die Broschüre kann bestellt werden über info@wohnbund.de

Die AG Junge Genossenschaften im wohnbund e.V. gründete sich 2002. Sie will Plattform sein für Erfahrungsaustausch und Kooperation. Die AG trifft sich zweimal im Jahr. Ansprechpartnerinnen sind Brigitte Karhoff und Rosemarie Oltmann, www.wohnbund.de

Alternative Wohnprojekte für Jung und Alt

Jutta Besser, Patmos Verlag, 2010, 16,90 €

Wer träumt nicht von einem Leben in schönem Ambiente mit netten, hilfsbereiten Menschen an seiner Seite? Um dem näher zu kommen, denken viele über alternative Leben- und Wohnformen nach. Jutta Besser stellt einige Modelle für Jung und Alt vor - vom Ökodorf über soziale und sozialpolitische Wohnprojekte bis hin zu sprituellen Gemeinschaften - und berichtet von den Erfahrungen der Beteiligten. Zusätzlich gibt sie Hinweise zu Planung, Finanzierung, Gemeinschaftbildung und Konfliktvermeidung, damit jeder seinen Traum vom Glück verwirklichen kann.

Mehrere Mitglieder des Netzwerks Wohnen Rhein-Main haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Wohnbund-Veröffentlichung „Wohnprojekte und nachbarschaftliches Wohnen in Hessen“ herausgegeben werden konnte. Nun kann das Heft als PDF heruntergeladen werden.