Das Projekt "Doppelpunkt"

Illustratorin: Katharina Kreiss agplus Hamburg

Illustratorin: Katharina Kreiss agplus Hamburg

Gebaut werden bis zu zwölf Wohneinheiten, 42 bis 100 Quadratmeter groß, ein Gemeinschaftsraum. Die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner können bei den Grundrissen mitsprechen. Eine Wohnung ist für eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderung vorgesehen. Die Genossenschaft kauft das Grundstück von der Stadt.

Die Gruppe, die sich als Verein organisiert hat, sucht noch Menschen jeden Alters, die gern hier wohnen würden. Bei einem ersten kleinen Fest auf dem Gelände kamen bereits 20 bis 30 Neugierige, nahmen sic h Flyer mit und fragten nach Erfahrungen im gemeinschaftlichen Wohnen. Zwei Bewohnerinnen des Fundament-Hauses Naxos 29 in der Wittelsbacherallee im Ostend waren gekommen, um von ihrem gemeinschaftlichen Wohnen zu erzählen.

Mitte 2020 solle die beiden Häuser in Unterliederbach bezugsfertig sein. Pro Quadratmeter soll das Nutzungsentgelt (= Miete) 13,50 Euro nicht übersteigen. Für jede Wohneinheit muss ein Bewohner oder eine Bewohnerin Mitglied in der Genossenschaft werden. Sie  müssen pro Quadratmeter ihrer Wohnung mit einem  Eigenkapital von 20 Prozent, als 800,- Euro, zur Finanzierung beitragen. Das ist viel Geld.  Aber es lohnt sich, die Vorteile dagegen zu rechnen.

Wichtigster Vorteil: Die Miete wird faktisch billiger sein, weil die Finanzierung nicht komplett über die Bank, sondern auch über die Einlagen der Mitglieder erfolgt. Die Ersparnis an Bankzinsen wirkt sich positiv auf den Mietpreis aus, der um die eingesparten Zinsen reduziert wird. Die tatsächlich zu zahlende Miete wird also auf jeden Fall unter der Höchstgrenze von 13,50 Euro sein. Sollte die Wohnung gekündigt werden, wird die Einlage wieder zurückerstattet.

Ganz wichtig ist das lebenslange Wohnrecht bei der Genossenschaft. Das ist ein beruhigendes Gefühl gegenüber dem Wohnen in einer normalen Mietwohnung, wo Eigenbedarfskündigungen oder Luxussanierungen jederzeit drohen können. Eine Genossenschaft ist nicht auf Profit aus, will keinen Gewinn erwirtschaften. Das bedeutet langfristig gesehen, dass die Mieten nicht ins Uferlose steigen. Und keine Nebensache, sondern ebenfalls von Bedeutung ist, dass die Nebenkosten relativ gering sein werden, da es sich bei dem Projekt um Niedrigenergiehäuser handelt.

Der Beirat zum Liegenschaftsfonds, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Ämter, der Politik, der Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft KEG und Expertinnen und Experten zum gemeinschaftlichen Wohnen, hat das Projekt anhand verschiedener Kategorien ausgewählt. Dazu zählen soziale Aspekte, Einfluss des Wohnprojekts auf das Quartier, Wohnkosten, städtebaulicher Innovationsgehalt, nachvollziehbare Realisierbarkeit und Finanzierbarkeit sowie Kooperationspartner. Entscheidend war also nicht das höchste Gebot, sondern das überzeugendste Konzept.

 „Mit dem Liegenschaftsfonds wollen wir einzelne Liegenschaften bewusst dem Markt und der Spekulation entziehen“, sagt Mike Josef, Dezernent für Planen und Wohnen. „Hier geht es um Innovation und Ideenvielfalt.“ 

Der Liegenschaftsfonds vergibt Grundstücke und mindergenutzte Gebäude an selbstorganisierte, gemeinschaftliche Wohnprojekte, die sich auszeichnen durch die Beteiligung der künftigen Nutzerinnen und Nutzer an der Planung, eine langfristig angelegte, gemeinschaftliche Verfassung und Organisation sowie eine auf Dauer angelegte und gleichberechtigte Mitbestimmung der Projektmitglieder bei Angelegenheiten des Projektes.

 

Information und Kontakt:

: ULIBA
Doppelpunkt Frankfurt Unterliederbach
E-Mail: doppelpunkt.uliba@posteo.de
Telefon: 017624735227