Kafka zu Gast auf unserem Dach

Stellen Sie sich vor: Sie stehen auf der Dachterrasse – dem Schmuckstück des Fundament-Hauses in der Wittelsbacherallee 29 im Frankfurt Ostend – und sind plötzlich in den USA. Da kann nur unser Nachbar Willy Praml gezaubert haben.

Der Theater-Regisseur und Hausherr in der Naxoshalle, bekannt für ausgefallene Ideen,  hat sich jetzt Kafkas Amerika-Roman angenommen. Dieser ist  zwischen 1911 und 1914 entstanden und von seinem Freund und Herausgeber Max Brod posthum 1927 veröffentlicht worden. Er ist neben “Das Schloss” und “Der Prozess”  einer der drei unvollendeten Romane von Franz Kafka. Das Theater schreibt in seiner Vorschau: “’Der Roman ‘Der Verschollene’ beginnt mit der Einfahrt des 16-jährigen Karl Roßmann aus Prag in den Hafen von New York, in dem er die „schon längst beobachtete Statue der Freiheitsgöttin“ erblickte. Aber Kafkas Held begegnet einem Amerika, das ihn nicht in die Höhe des humanistischen Menschseins auf-, sondern in die Finsternis des modernen Lebens absteigen lässt. Das moderne, verheißungsvolle Paradies Amerika, die „Neue Welt“, wird zur Parabel eines Bildungsweges, der dem Lernenden keine fortschreitende Entwicklung mehr offen hält.”

Und wie kommen die Zuschauer und Zuschauerinnen nun aufs Dach. Genauer: auf die Dächer?

Das ist möglich, weil drei Baugemeinschaften beziehungsweise Baugenossenschaften ihre Dachterrassen neben der Naxoshalle für einige Abende zur Verfügung stellen. Alle sind  Projekte des gemeinschaftlichen Wohnens, alle wurden von individuellen Baugruppen erstellt und vor drei Jahren bezogen. Es sind dies die Baumaßschneider, Fundament/Naxos 29 und Schnelle Kelle. Sie sind Teil eines Ensembles von sechs Häusern des gemeinschaftlichen  Wohnens auf dem Naxosgelände, aber nur ihre drei Dächer erwiesen sich als geeignet für eine Szene aus Kafkas Amerika-Roman. Um sich angesichts der Frankfurter Wolkenkratzer wie in New York zu fühlen, werden Zuschauer und Zuschauerinnen sowie das Ensemble und die Techniker  einen Ausflug in die Höhe antreten.

Alle drei Wohnprojekte gehören im Übrigen zu den Pionieren, die über viele Jahre hinweg  für das gemeinschaftliche Wohnen auf dem Naxosgelände gekämpft haben. Sie konnten sich dabei immer der Unterstützung des Theaters Willy Praml sicher sein.

buc

 

Die Vorstellung dauert 3,5 Stunden mit Pause, Beginn 19.30 Uhr.

Die Termine:

Sa 10.03.2018 19:30 (Premiere),
So 11.03.2018 19:30,
Do 15.03.2018 19:30,
Fr 16.03.2018 19:30,
Sa 17.03.2018 19:30,
Sa 24.03.2018 19:30,
So 25.03.2018 19:30,
Do 12.04.2018 19:30,
Fr 13.04.2018 19:30,
Mi 09.05.2018 19:30,
Do 10.05.2018 19:30,
Fr 11.05.2018 19:30,
Do 24.05.2018 19:30,
Fr 25.05.2018 19:30,
Sa 26.05.2018 19:30
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Regie: Willy Praml
Bühne: Michael Weber
Kostüme: Paula Kern Musikalische Bearbeitung und Toneinrichtung: Jakob Rullhusen Videoprojektionen: Rebekka Waitz Regieassistenz: Vincent JostMit: Jakob Gail, Muawia Harb, Virginia V. Hartmann, Birgit Heuser, Elisabeth Marie Leistikow, Ibrahim Mahmoud, Anja Signitzer, Claudio Vilardo, Michael Weber